Für Wohnungsunternehmen ist diese Entwicklung jedoch keine Entwarnung. Denn trotz des vergleichsweise ruhigen Schadenjahres bleibt der langfristige Trend eindeutig: Extremwetterereignisse nehmen weiter zu – mit direkten Auswirkungen auf Instandhaltung, Versicherungskosten und langfristige Investitionsentscheidungen.
Schadenentwicklung nach Sparten
Die Schadenlast verteilte sich 2025 wie folgt:
- Gebäude- und Sachversicherungen:
Rund 1,4 Milliarden Euro entfielen auf Schäden durch Sturm, Hagel und Blitz (2024: 1,8 Mrd. Euro). - Weitere Naturgefahren:
Schäden durch Überschwemmungen und Starkregen lagen bei rund 500 Millionen Euro, nach 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2024. - Kraftfahrtversicherung:
Schäden durch Sturm- und Überschwemmungsereignisse beliefen sich auf 700 Millionen Euro (2024: 1,1 Mrd. Euro). Erfasst wurden Schäden an Wohngebäuden, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie Kraftfahrzeugen.
Bedeutung für Wohnungsunternehmen
Auch wenn in 2025 vergleichsweise geringe Schäden verzeichnet wurden, bleibt das Risiko für Immobilienbestände hoch. Starkregen, lokale Überflutungen und Sturmereignisse treffen zunehmend auch Regionen, die bislang als wenig gefährdet galten. Für Wohnungsunternehmen rücken damit folgende Themen weiter in den Fokus:
- Überprüfung des Elementarschutzes für den gesamten Bestand
- Risikodifferenzierung nach Lagen und Baualtersklassen
- Präventionsmaßnahmen wie Rückstausicherung, Entwässerung und bauliche Anpassungen
- Langfristige Versicherbarkeit und Prämienstabilität
GDV fordert Gesamtkonzept für Elementarschutz
Vor diesem Hintergrund hat der GDV im Dezember das Konzept „Elementar Re“ vorgestellt. Ziel ist ein flächendeckender Elementarschutz für alle Wohngebäude, kombiniert mit stärkerer Prävention und Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung. Für Wohnungsunternehmen könnte dies mittelfristig zu mehr Planungssicherheit führen – gleichzeitig wächst jedoch die Bedeutung eines professionellen Risikomanagements auf Objektebene.