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Korrosionsschäden an Leitungswasserrohren – Was hilft?

Die jährlichen Kosten durch Korrosionsschäden werden auf annähernd 4 % des Bruttosozialproduktes geschätzt – sie belaufen sich demnach auf viele Milliarden Euro. (Quelle: Frauenhofer Institut) Korrosion gehört damit zum Alltag. Nicht nur in Industrieanlagen, Kraftwerken oder der Automobilindustrie sind die verheerenden Auswirkungen zu spüren. Auch die deutsche Immobilienwirtschaft leidet unter diesem Naturphänomen – insbesondere im Bereich der Wasserinstallationen. Christoph Becher von der AVW Schadenberatung erklärt die Hintergründe und stellt konkrete Möglichkeiten der Schadenprävention vor.

Ein erweitertes Fachwissen über Korrosionsreaktionen und eine Sensibilisierung der vor Ort Verantwortlichen ist essentiell, um präventiv tätig werden zu können – denn nur wenn Korrosion im Gros verstanden wird, kann das Problem am schadenbelasteten Objekt ganzheitlich und nachhaltig gelöst werden.

Ansätze zur Prävention

Hierfür ist die Kenntnis über das verbaute Material von hoher Bedeutung. Mischinstallationen weisen grundsätzlich das Problem auf, dass die unterschiedlichen Werkstoffe auch unterschiedliche Standardelektrodenpotentiale aufweisen. Werden diese Werkstoffe durch beispielsweise das in den Rohrleitungen befindliche Wasser elektrisch leitend verbunden, wird sich naturgemäß der Werkstoff mit dem negativeren Potential (der „unedlere“) auflösen.

Eine effektive Gegenmaßnahme ist das Einsetzen einer Opferanode, eines Metalls, das noch unedler ist und sich infolgedessen an Stelle des zu schützenden Materials auflöst. Ein sinnvolles Anwendungsgebiet sind verzinkte Boiler mit einem Stahlgrundkörper. Da Zink das negativere Potential im Vergleich zu Stahl aufweist, würde dieser Werkstoff ohne eine Opferanode – hier meist aus dem noch unedleren Magnesium – korrodieren. Werden Opferanoden regelmäßig getauscht, kann Korrosion am zu schützenden Material im besten Fall dauerhaft vermieden werden.

Ganzheitlicher Ansatz ist wichtig

Im Ganzen reicht eine solche Einzelmaßnahme allerdings nicht aus. Material, Umgebung, leitende Flüssigkeit (oder Gase), Temperatur, Fließgeschwindigkeit, Verunreinigungen und viele weitere Faktoren stehen in Wechselwirkung miteinander und bieten eine Vielzahl an möglichen Korrosionsursachen.

Es ist deswegen unbedingt notwendig die Objektsituation bei Reparatur- oder Instandhaltungsbeauftragung ganzheitlich zu betrachten und bei Unklarheiten mit den Installationsbetrieben Rücksprache zu halten. Auch die verantwortlichen Wasserversorger halten wichtige Informationen vor, die es zu berücksichtigen gilt.

Wenn Sie mehr zum Thema wissen möchten oder eine konkrete Beratung wünschen, wenden Sie sich einfach an Ihren zuständigen Kundenmanager, er leitet Ihre Anfrage gerne weiter.