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Hochwasser verursacht Schäden in Milliardenhöhe - Neuer digitaler „Hochwasser-Check“ verfügbar

Unerwartete Naturereignisse haben in den vergangenen Wochen zu erheblichen Schäden geführt.

Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) belaufen sich die versicherten Schäden durch das Pfingst-Hochwasser im Saarland und in Rheinland-Pfalz schätzungsweise auf bis zu 200 Millionen Euro.

Noch gravierender sind die Hochwasserschäden, die durch die Starkregenfälle Anfang Juni vor allem in Bayern und Baden-Württemberg verursacht wurden. In den von Hochwasser betroffenen Regionen Bayerns und Baden-Württembergs gehen die Wasserstände allmählich zurück. Die Versicherungswirtschaft schätzt, dass die jüngsten Überschwemmungen erhebliche Schäden hinterlassen haben. Vorläufigen Schätzungen zufolge belaufen sich die Schäden in den beiden Bundesländern auf mehr als 2 Milliarden Euro.

Folgt eine Elementar-Pflichtversicherung?

Die Versicherungswirtschaft steht vor großen Herausforderungen, insbesondere nach den Schäden durch die bislang folgenschwerste Naturkatastrophe im Juli 2021. Damals entstand ein versicherter Schaden von knapp neun Milliarden Euro. Die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden wird in der Politik wieder intensiv diskutiert, um die Betroffenen besser abzusichern und die finanziellen Belastungen durch Schäden besser auszugleichen. Die Bereitstellung erforderlicher staatlicher Rückversicherungskapazitäten oder die unbegrenzte Absicherung im Katastrophenfall für Schäden oberhalb einer bestimmten Eintrittsschwelle („Stop-Loss“) lehnen Bund und Länder allerdings ab.

Hingegen appelliert die Versicherungswirtschaft beim Schutz vor Wetterextremen besonders hinsichtlich der Prävention. Wichtig ist ein klimaangepasstes Planen, Bauen und Sanieren. Die Prävention sollte fester Bestandteil der Landesbauordnungen werden. Nur so können die zukünftig hohen Schäden vermieden werden – besonders in Überschwemmungsgebieten, wo immer noch zu viel gebaut wird. Vor diesem Hintergrund haben die Versicherer einen Forderungskatalog vorgelegt, in dem die Anforderungen an einen umfassenden Naturgefahrenschutz konkretisiert werden. Das Papier ergänzt den Lösungsvorschlag der Versicherer für ein ganzheitliches Absicherungskonzept für Naturgefahren in Deutschland.

Neuer „Hochwasser-Check“ verfügbar

Auch der frisch eingeführte Hochwasser-Check informiert über das potenzielle Risiko für Starkregen und Überschwemmungen an mehr als 22 Millionen Adressen in Deutschland. Mit dieser neuen Online-Plattform können Immobilienbesitzer und Mieter einfach und schnell ihr persönliches Risiko für Starkregen und Hochwasser ermitteln - ohne Kosten und ohne Anmeldung.

Bundesländer und Regionen unterschiedlich betroffen

Laut GDV hat Sachsen von allen Bundesländern den höchsten Anteil gefährdeter Adressen. Hier liegen knapp 3 Prozent der Adressen in Überschwemmungsgebieten. Dahinter folgen Thüringen mit rund 2,7 Prozent und Rheinland-Pfalz mit 2 Prozent. Am wenigsten betroffen sind Schleswig-Holstein (0,16), Hamburg (0,08) und Berlin (0.04).

Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass auch in weniger gefährdeten Gebieten hohe Sachschäden, z. B. durch starke Niederschläge, eintreten können. Daher sind auch bereits bundesweit rund 95 % der über uns versicherten Immobilien über eine Elementarschadenversicherung abgesichert.

Die Wohnungsunternehmen, die bisher über keinen entsprechenden Versicherungsschutz verfügen, sind vor dem Hintergrund der tendenziell steigenden Schadenzahlen gut beraten, sich Gedanken über diese elementare Versicherungsdeckung zu machen. Sprechen Sie hierzu gerne Ihren Kundenmanager an.