Nach vorläufigen Hochrechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stiegen die Beitragseinnahmen in der Schaden-/Unfallversicherung um knapp acht Prozent auf 99,7 Milliarden Euro. Die Combined Ratio verbesserte sich deutlich auf etwa 91 Prozent und liegt damit im langfristigen Vergleich auf einem niedrigen Niveau.
Zwar erreichten die Versicherungsleistungen erneut einen Höchststand, der Anstieg fiel jedoch vergleichsweise moderat aus. Da die Prämien stärker wuchsen als die Schadenaufwendungen, kehrte die Sparte insgesamt klar in die Gewinnzone zurück.
Wohngebäudeversicherung: Spürbare Entlastung
Besonders positiv entwickelte sich 2025 die verbundene Wohngebäudeversicherung. Die Combined Ratio sank auf rund 90 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch bei 99,6 Prozent gelegen hatte. Gleichzeitig stiegen die Beitragseinnahmen auf etwa 14,2 Milliarden Euro, während sich die Schadenaufwendungen reduzierten.
Nach Jahren hoher Belastungen zeigt sich der Markt stabilisiert. Das Ausbleiben größerer Naturereignisse wirkte sich 2025 positiv auf die Schadenbilanz aus.
Langfristig bleibt das Risikoumfeld jedoch anspruchsvoll. Klimabedingte Extremwetterereignisse und steigende Wiederherstellungskosten werden die Schadenentwicklung auch künftig beeinflussen. Ein strukturiertes Elementarschaden- und Portfoliomanagement bleibt daher zentral.
Haftpflichtversicherung: Solide und verlässlich
Auch die allgemeine Haftpflichtversicherung präsentierte sich stabil. Mit einer Combined Ratio von rund 88 Prozent verbessert sich die Ertragslage leicht. Für die Wohnungswirtschaft ist dies insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Betreiberpflichten, Nachverdichtung, Modernisierung und ESG-Anforderungen relevant. Haftpflichtrisiken bleiben ein Kernbestandteil professioneller Risikoarchitektur – die aktuelle Marktlage schafft hierfür verlässliche Rahmenbedingungen.
Kraftfahrt: Erholung ohne Entwarnung
Die Kraftfahrtversicherung konnte 2025 ihre Ergebnisse deutlich verbessern und insgesamt wieder profitabel arbeiten. Die Combined Ratio liegt spartenübergreifend bei rund 96 Prozent. Einzelne Segmente bewegen sich weiterhin im Grenzbereich der Profitabilität.
Ausblick 2026: Wachstum bei steigender Risikosensibilität
Für das laufende Jahr erwartet der GDV ein weiteres Beitragswachstum von rund 5,2 Prozent in der Schaden-/Unfallversicherung. Impulse dürften unter anderem von einer stärkeren Verbreitung von Elementardeckungen sowie von risikoadäquaten Prämienanpassungen ausgehen.
Gleichzeitig werden sich klimabedingte Schäden zunehmend in den Bilanzen niederschlagen. Für große Wohnungsunternehmen bleibt daher entscheidend, Risiken im Bestand frühzeitig zu identifizieren, Präventionsmaßnahmen konsequent umzusetzen und Versicherungsschutz strategisch auszurichten.
2025 markiert eine klare Stabilisierung des Marktes – nachhaltige Resilienz entsteht jedoch vor allem durch aktives Risikomanagement und partnerschaftliche Versicherungsmodelle.