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Build Back Better Teil 5: Überspannungsschäden verhindern

Bestimmte Maßnahmen und Strategien erhöhen die Klimaresilienz beschädigter Häuser bei deren Reparatur oder beim Wiederaufbau. Die wichtigsten führt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) im Leitfaden „Build Back Better“ auf. Dieser zeigt für insgesamt sechs Naturgefahren, wie mit dem „Build Back Better“-Prinzip umgegangen werden kann. Wir stellen in unserer sechsteiligen Serie die Maßnahmen für die einzelnen Naturgefahren vor. In Teil 5 geht es dieses Mal um Überspannungen.

Es kann jederzeit und überall passieren: Ein Blitz schlägt ein. Direkte und indirekte Blitzeinschläge können zu kurzen, hochfrequenten Überspannungen führen. Auch das Schalten großer Induktivitäten und Kapazitäten sowie das Auslösen von Schutzgeräten können Überspannungen verursachen. Die treten in der Regel nur für einen Bruchteil von Sekunden auf – und sind dennoch nicht zu unterschätzen. Denn liegen die erzeugten Spannungspegel außerhalb des für die vorhandenen Betriebsmittel zulässigen Spannungen, können diese beschädigt oder sogar zerstört werden. Es gilt: Je empfindlicher die Betriebsmittel, desto eher nehmen sie durch Überspannungen Schaden.

Überspannungsschäden nehmen zu

Da sich heute immer mehr elektrische Geräte in den Haushalten finden und auch die technische Gebäude-Ausrüstung und -Automatisierung fortschreitet, nehmen auch die Überspannungsschäden zu.

Zu den gängigsten Schäden durch Überspannung gehören:

  • Isolationsschäden
  • Zerstörung von Betriebsmitteln, insbesondere solche mit elektronischen Bauelementen
  • Fehlauslösen von Schutzeinrichtungen wie Fehlerstrom-(FI-) Schutzschaltern
  • Funktionseinschränkungen von Gefahrenmeldeanlagen wie Brand-, Gas-Warn- und

Einbruchmeldeanlagen

  • Zerstörung von informationstechnischen Anlagen und der Gebäudeausrüstung
  • Löschen oder Beeinflussung von gespeicherten Daten

Zusätzlicher Überspannungsschutz ist sinnvoll

Einen Mindestschutz bieten Überspannungsschutzeinrichtungen nach den anerkannten Regeln der Elektrotechnik (VDE). Diese verhindern eine gefährliche Funkenbildung und deren Folgen – etwa Schäden an Elektrogeräten und Brände.

  • Pflicht: Nach Norm verpflichtend ist Überspannungsschutz an der energetischen Einspeisung (zentrale Zähleranlage bzw. Hauptverteilung).
  • Kür: Sinnvoll ist zudem ein erweiterter Schutz, der elektronisch angeschlossene Geräte sowie gebäudetechnische Komponenten vor Schäden durch unterschiedliche Spannungspegel schützt. 

So ein zusätzlicher Überspannungsschutz schließt sich an die elektrische Installation hinter der zentralen Zähleranlage bzw. Hauptverteilung an, also an die Unterverteilungen und Endgeräte. Das schützt die daran angeschlossenen elektronischen Produkte und Komponenten (Heizungsanlage, Haushaltsgeräte, Fernseher, Router, Computer etc.), auch informationstechnische Leitungen (Kommunikationstechnik) können in den zusätzlichen Überspannungsschutz eingebunden werden. Grundsätzlich wichtig: ein Potentialausgleich und verschiedene Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPD – Surge Protection Device), die Überspannungen auf verträgliche Pegel herabsetzen.

Ständig funktionstüchtig sein müssen die sicherheitstechnischen Anlagen eines Gebäudes. Für alle Gefahrenmeldeanlagen und sicherheitstechnische Anlagen sind daher Maßnahmen zum Überspannungsschutz und eine ordnungsgemäße Erdung erforderlich, um Zerstörung oder Falschmeldungen zu verhindern. 

Lesen Sie im nächsten Newsletter den letzten Teil der Serie: Die wichtigsten Maßnahmen, um Schäden durch Hagel zu vermeiden.