Etwa 500.000-mal schlägt ein Blitz im Schnitt jedes Jahr in Deutschland in eine Sache ein – zum Beispiel in ein Gebäude. Ein Blitzschutzsystem schützt bauliche Anlagen und ihre Inhalte gegen die Auswirkungen direkter Blitzeinschläge. Die Systeme bestehen immer aus einem äußeren und inneren Blitzschutz, und die Blitzschutzanlagen werden nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gebaut (Normen DIN EN 62305-3 und -4, VDE 0185-305-3 und -4).
Welches Gebäude braucht ein Blitzschutzsystem?
Ob ein Gebäude ein Blitzschutzsystem haben muss, bestimmt aus öffentlich-rechtlicher Sicht das öffentliche Baurecht. Für Ein-, Zwei- sowie Mehrfamilienhäuser sind die Systeme in der Regel nicht vorgesehen und für private Wohnhäuser auch keine Pflicht. Gebäude, die ein erhöhtes Risiko für Blitzeinschläge haben, müssen jedoch mit einer Blitzschutzanlage ausgestattet werden. Wichtig: Die Anlage muss regelmäßig gewartet werden.
Vier Blitzschutzklassen
Jedes zu schützende Objekt muss zur Auslegung von Schutzmaßnahmen einer Blitzschutzklasse zugeordnet werden. Nach Norm gibt es davon vier Stück: Blitzschutzsysteme der Schutzklasse I bieten den höchsten, Systeme der Schutzklasse IV den niedrigsten Schutzgrad. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blitzschaden eintritt, nimmt von Schutzklasse I zu Schutzklasse IV zu. Eine mögliche Zuordnung der Blitzschutzklassen zu baulichen Anlagen enthalten die Richtlinien VdS 2010.
Ist die Blitzschutzklasse nicht durch Vorschriften bestimmt, wird sie durch eine Abschätzung des Schadenrisikos festgelegt. Berücksichtigt werden dabei:
- die örtliche Lage, Bauart und Nutzung des Gebäudes
- schwere Folgen wie ein Ausfall sicherheitstechnischer Einrichtungen und Anlagen oder Folgen eines Ausfalls (Vermögensschaden z. B. durch Betriebsunterbrechung)
- die Zerstörung des zu schützenden Objektes und Umweltschäden
Auslegungsparameter für die Blitzschutzklassen sind etwa Abstände, Maschenweiten, Schutzwinkel und Leiterquerschnitte.
Lesen Sie im nächsten Newsletter Teil 5 der Serie: Die wichtigsten Maßnahmen, um Überspannungsschäden zu verhindern.