Vielfältig, informativ und voll am Puls der Zeit: So beschreiben Teilnehmer das Programm der jährlichen wohnungswirtschaftlichen Versicherungstagung der AVW. Diesem Anspruch wurde die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder voll gerecht. Neben den wichtigsten Marktzahlen und Fachinformationen wurden auch aktuell relevante gesellschaftliche Themen beleuchtet und von Experten eingeordnet.
Neurowissenschaftler und Autor Dr. Henning Beck sprach zum Thema Künstliche Intelligenz, Robert Alexander Heinrich von der ERGO Group nahm die Teilnehmer mit auf eine spannende Reise ins Metaverse. Auch das Thema Nachhaltigkeit bewegt nach wie vor viele. Die Bauweise ändert sich, und mit ihr die Risiken. Was das für die Branche bedeutet, erläuterte Olaf Buttkewitz von der VHV Allgemeine Versicherung AG. Weitere Themen waren D&O-Schadentrends (mehr dazu hier) sowie aktuelle Rechtsprechung.
Der Versicherungsmarkt in Zahlen
Mathias Witt, neuer Bereichsleiter im Bestandsmanagement der AVW-Gruppe, lieferte einen kompakten Überblick über die Zahlen des Versicherungsmarktes. Es war ein Jahr, in dem die Beiträge erneut deutlich angestiegen sind: Die Prämieneinnahmen für Schaden/Unfall lagen bei 92,5 Mrd. Euro – 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote in der Schaden-/Unfallversicherung nach Sparten lag 2024 insgesamt bei 96,1 Prozent (2023: 98,8 Prozent). Die Sparten Sach, Haftpflicht, Unfall und Rechtschutz lagen jeweils unter 100 Prozent, wobei Kfz mit 104 Prozent defizitär für die Versicherer blieb.
Leitungswasser verursacht weiter großen Schadenaufwand
In der Wohngebäudeversicherung lag die kombinierte Schaden-/Kostenquote 2024 bei 99,6 Prozent (2023: 103,3 Prozent). Versicherer erbrachten 2024 Versicherungsleistungen von 9,5 Mrd. Euro (+9,4 Prozent zum Vorjahr und zweithöchster Betrag seit 2002). Mit einem Anteil von 53 Prozent verursachte Leitungswasser 2024 wieder den größten Schadenaufwand. Die Zahl der Schäden lag zwar wie im Vorjahr bei etwa 1,1 Millionen, doch der Durchschnittsschaden ist erneut angestiegen (+11,2 Prozent).
Terrordeckung: wichtige Änderungen in Sachen Extremismus
Mathias Witt informierte, dass es ab dem 1. Januar 2026 wichtige Änderungen in der Terrorversicherung gibt. Das Annahmelimit wird von 25 Mio. auf 50 Mio. Euro erhöht. Für Policen unterhalb von 50 Mio. Euro gilt jedoch ein Bestandschutz bis Ende 2028. Hier besteht gegebenenfalls Handlungsbedarf für Risiken von 25 - 50 Mio. Euro. Herr Witt empfiehlt, hierzu auf den Kundenmanager zuzukommen.
Der Marktausblick
Für 2025 wird ein Beitragsplus von 7,5 Prozent für das Segment Schaden-/Unfallversicherung prognostiziert. Der Trend setzt sich 2026 weiter fort, aktuelle Erwartungen liegen hier zwischen 3,7 und 6,1 Prozent. Der Anpassungsfaktor für den gleitenden Neuwertfaktor wird 2026 um 4,22 Prozent steigen und sich damit im Vergleich zu den Vorjahren mit teilweise 14,7 oder 7,5 Prozent wieder nivellieren.
Versicherungstagung 2026
Nach einer gelungenen Versicherungstagung 2025 freuen wir uns bereits auf die wohnungswirtschaftliche Versicherungstagung 2026. Merken Sie sich jetzt schon den Termin vor: Die Tagung findet am 5. November 2026 in Hamburg statt.